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Abgeschlossenheitsbescheinigung Architekt Kosten und Honorar HOAI 2026

Der Aufteilungsplan ist meistens der dickste Posten auf der Rechnung, oft mehr als die Hälfte der Gesamtkosten. Wir schauen hinter die Zahlen, erklären, warum Bestand teurer ist als ein Neubau, und zeigen, an welchen Stellen sich seriös verhandeln lässt, ohne dass die Qualität leidet.

Wie berechnen Architekten ihr Honorar für den Aufteilungsplan?

Architekten rechnen den Aufteilungsplan entweder pauschal (350 bis 1.500 Euro je Objekt) oder nach der HOAI über die anrechenbaren Kosten ab; Stundensätze liegen bei 80 bis 160 Euro netto. Drei Modelle sind in der Praxis üblich: HOAI Honorartabelle, Stundensatz oder Pauschale. Beim Aufteilungsplan dominiert die Pauschale, weil der Leistungsumfang sauber definierbar ist und der Aufwand mit der Einheitenzahl skaliert. Der Vorteil für Sie: Der Preis steht vor Auftragsvergabe fest.

Die HOAI ist seit 2021 nicht mehr bindend, sie liefert aber weiterhin den Orientierungsrahmen. Pauschalangebote bewegen sich je nach Region zwischen 60 und 110 Prozent des HOAI Mindestsatzes der vergleichbaren Leistungsphasen. Wer den Markt sondiert, sieht schnell: Drei Angebote streuen oft um 30 Prozent. Ein Vergleich lohnt also fast immer.

Was im Architektenhonorar steckt

  • Aufmaß im Bestand, meistens zwei bis sechs Stunden je Geschoss
  • Zeichnung des Aufteilungsplans im Maßstab 1:100, fortlaufend nummeriert
  • Lageplan und Schnittzeichnung bei Galerien oder Maisonette
  • Rücksprache mit der Bauaufsichtsbehörde und Korrekturschleifen
  • Begleitung des Antrags bis zur Erteilung der Bescheinigung

Klingt nach viel? Ist es auch. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf das Kleingedruckte. Eine Pauschale ohne Aufmaß sieht günstiger aus, kommt aber im Bestand fast immer teurer raus.

HOAI

Was kostet der Aufteilungsplan nach HOAI? Beispielrechnungen

Vier typische Szenarien, jeweils mit Honorarspanne nach HOAI und marktüblicher Pauschale. Aufmaß und Plan zusammen, ohne Behördengebühr.

Architektenhonorar für den Aufteilungsplan nach HOAI im Vergleich zur marktüblichen Pauschale (Aufmaß und Plan, ohne Behördengebühr)
SzenarioEinheitenHOAI HonorarPauschale
Doppelhaus Neubau2380 bis 520 €350 bis 480 €
Mehrfamilienhaus Bestand 1980er6980 bis 1.250 €850 bis 1.150 €
Mischnutzung Wohnen plus Praxis51.180 bis 1.420 €980 bis 1.300 €
Großobjekt 12 Wohnungen121.650 bis 2.100 €1.450 bis 1.850 €

Pauschalen liegen im Schnitt 8 bis 15 Prozent unter dem HOAI Mindestsatz, weil Architekten in einem standardisierten Workflow effizienter arbeiten.

Pauschalen

Wie vergleichen Sie Pauschalangebote richtig?

Pauschale heißt nicht immer alles inklusive. Achten Sie auf den Leistungsumfang.

Inhalt einer fairen Pauschale

  • Aufmaß im Bestand
  • Aufteilungsplan 1:100
  • Lageplan
  • Antrag bei Bauaufsicht
  • 2 Korrekturschleifen

Was häufig extra kostet

  • Schnittzeichnungen
  • Vermessung Sondernutzung
  • Brandschutzgutachten
  • weitere Korrekturen
  • Eilanfertigung

Worauf vertraglich achten

  • Festpreis schriftlich fixieren
  • Anzahl Korrekturen definieren
  • Zahlungsplan klären
  • Termin für Plan und Bescheinigung
  • Haftung bei Fehlern
5 Treiber

Was treibt das Architektenhonorar nach oben?

01 Bestand

Bestand statt Neubau

Aufmaß im Bestand kostet Zeit. 20 bis 40 Prozent Aufschlag gegenüber Neubau.

02 Komplexität

Mischnutzung

Wohnen plus Gewerbe braucht mehr Planblätter und Nutzflächenberechnungen.

03 Region

Standort

Großstädte mit hohen Architektenstundensätzen liegen im oberen Korridor.

04 Sondernutzung

Außenflächen

Garten, Stellplatz und Speicher brauchen Vermessung und farbliche Abgrenzung.

05 Zeitdruck

Eilauftrag

Notartermin in zwei Wochen? Eilanfertigung 20 bis 30 Prozent Zuschlag.

06 Bonus

Mehrere Objekte

Wer zwei oder mehr Liegenschaften gleichzeitig aufteilt, bekommt Mengenrabatt.

Wie verhandeln Sie das Architektenhonorar?

Drei einfache Regeln, mit denen sich in echten Fällen 10 bis 20 Prozent sparen lassen, ohne dass die Qualität leidet.

  1. Drei Angebote einholen: Pauschale, HOAI, Stundensatz. Vergleichen Sie nicht nur den Endpreis, sondern den Leistungsumfang. Manche Pauschale wirkt günstig, klammert aber das Aufmaß aus.
  2. Aufmaß auslagern: Wer das Aufmaß durch einen externen Dienstleister oder über einen 3D Scan vorbereitet, senkt das Architektenhonorar um 15 bis 25 Prozent. Das funktioniert besonders gut bei Bestandsobjekten ohne aktuelle Pläne.
  3. Pakete bündeln: Architekt, Behördenkommunikation und Notartermin in einer Bestellung. Wer mehrere Leistungen aus einer Hand vergibt, bekommt 5 bis 10 Prozent Bonus. Lässt sich der parallel benötigte Energieausweis nach GEG gleich mit beauftragen, sparen Sie zusätzlich Aufmaßzeit, weil die Datenbasis identisch ist.

Eine letzte Regel, die wir oft hören: Niemals nur über den Preis verhandeln. Fragen Sie nach Referenzen, nach der Erfahrung mit Ihrer Bauaufsicht und nach den Korrekturschleifen. Ein Architekt, der die Sachbearbeiter persönlich kennt, spart Ihnen Wochen.

Risiken

Häufige Stolperfallen und Tipps

01

Pauschale ohne Aufmaß

Wenn die Pauschale Aufmaß ausschließt, kommt mit jeder Stunde Vor Ort eine separate Rechnung. Vorab klären.

02

Korrekturschleifen offen

Wer Korrekturen nicht im Vertrag deckelt, zahlt jede Behördenrückfrage extra.

03

Architekt ohne Bauvorlageberechtigung

Innenarchitekten dürfen bei Wohngebäuden in vielen Ländern nicht unterschreiben. Mitgliedsnummer prüfen.

04

Sondernutzung vergessen

Stellplatz und Garten gehören in den Plan. Nachträge kosten Zeit und Geld.

05

Honorar ohne Festpreis

Stundensatz klingt günstig, kann aber bei Bestand schnell explodieren. Festpreis verhandeln.

Typischer Verlauf

Acht Wohnungen, Bestand, Pauschale mit allem

Wie ein typischer Verlauf in einem mittelgroßen Bestandsbau aussieht, zeigt dieses Beispiel aus Köln. Liegenschaft aus den 1970er Jahren, acht Wohnungen plus Tiefgarage, der Eigentümer möchte drei Wohnungen einzeln veräußern. Eine Architektin aus dem Stadtteil übernimmt zur Pauschale: Aufmaß, Plan, Antrag, Behördenbegleitung.

Architektenhonorar
rund 1.180 €
Behördengebühr
rund 420 €
Bearbeitung
rund 6 Wochen

Was den Pauschalpreis hier möglich macht: Die Architektin kennt die Sachbearbeiter der Bauaufsicht persönlich und reicht in der Form ein, die ohne Rückfrage durchgeht. Bescheinigung im ersten Anlauf, Notartermin zwei Wochen später, erste Wohnung im Folgemonat im Verkauf. Für die Investitionsrechnung holt der Eigentümer parallel eine indikative Wertindikation der Einheiten ein. Damit Käufer ihre AfA Bemessungsgrundlage sauber aufstellen können, gehört dazu die Kaufpreisaufteilung in Boden und Gebäude.

FAQ

Häufige Fragen

Was kostet der Architekt für die Abgeschlossenheitsbescheinigung?

Im Schnitt zwischen 350 bis 1.500 Euro je Objekt. Doppelhaus mit aktueller Baugenehmigung um 400 Euro, Mehrfamilienhaus mit Bestandsaufmaß um 1.000 bis 1.200 Euro.

Rechnet der Architekt nach HOAI ab?

Die HOAI ist seit 2021 nicht mehr verbindlich. Pauschalen liegen 5 bis 15 Prozent unter dem HOAI Mindestsatz und sind heute Standard.

Kann ich den Aufteilungsplan selbst zeichnen?

Nein. Der Plan muss von einem bauvorlageberechtigten Architekten oder Ingenieur unterschrieben sein. Eigene Skizzen werden nicht akzeptiert.

Wie lange dauert die Erstellung des Aufteilungsplans?

Bei vorhandenen aktuellen Plänen 5 bis 10 Werktage. Mit Bestandsaufmaß 2 bis 4 Wochen, je nach Architektenauslastung.

Sind die Architektenkosten umlagefähig?

Nein, sie sind Anschaffungskosten der Eigentumsbildung und gehören in Ihre Investitionsrechnung. Bei späterer Vermietung anteilig abschreibbar. Ein Gutachten zur Restnutzungsdauer kann die typische AfA Dauer von 50 Jahren auf häufig 25 bis 30 Jahre verkürzen.

Welche Stundensätze und Abrechnungsmodelle sind üblich?

Architektenstundensätze reichen von 80 bis 160 Euro netto. In ländlichen Regionen und bei jüngeren Büros pendelt der Satz zwischen 85 und 110 Euro. In Großstädten und bei spezialisierten Bestandsplanern landet man schnell bei 130 bis 160 Euro. Ingenieurbüros rechnen häufig 5 bis 10 Euro günstiger als reine Architekturbüros, ohne dass die fachliche Qualität dadurch geringer ausfällt.

Wer nach Stunden abrechnen lässt, sollte sich vorab eine schriftliche Stundenkalkulation geben lassen. Das Aufmaß im Bestand schwankt zwischen einer und vier Stunden je 100 Quadratmeter. Plan und Antrag liegen typisch zwischen sechs und 18 Stunden. Bei Mischnutzung kommen vier bis acht Stunden für die Nutzflächenberechnung obendrauf, idealerweise als saubere Wohnflächenberechnung nach WoFlV, damit das Ergebnis später als Anlage zur Teilungserklärung trägt. Aus unserer Praxis: Lassen Sie sich die Stunden kategorienscharf ausweisen, also Aufmaß, Zeichnung, Behördenkommunikation getrennt.

Reisezeiten zur Liegenschaft werden meistens mit halbem Stundensatz abgerechnet. Auswärtige Termine bei Großstadtbüros lohnen sich nur, wenn das Objekt komplex ist. Für ein Doppelhaus oder ein einfaches Mehrfamilienhaus reicht ein lokaler Architekt fast immer aus, der die Wege zur Bauaufsicht kennt.

Was viele unterschätzen: Der Termin bei der Bauaufsicht ist oft die größte Zeitersparnis. Ein Architekt, der direkt mit dem Sachbearbeiter spricht, klärt Rückfragen in Minuten, nicht in Wochen. Wer den Antrag stattdessen postalisch ohne Begleitung einreicht, verliert in komplexen Fällen schnell vier bis sechs Wochen.

Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zur Abgeschlossenheitsbescheinigung nach § 7 Absatz 4 WEG und § 32 Absatz 2 WEG für Teilungserklärung und Eigentumswohnungen.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 9. Juni 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • WEG Wohnungseigentumsgesetz, §§ 7, 8, 32
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 9. Juni 2026. Frühere Stände sind über das Impressum nachfragbar.

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