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Übersicht 16 Bundesländer

Abgeschlossenheitsbescheinigung in allen 16 Bundesländern

Bauordnungsrecht ist Ländersache. Wer wo zuständig ist, wie viel die Bescheinigung kostet und wie lange sie dauert, unterscheidet sich von Stuttgart bis Schwerin. Ausgestellt wird sie seit dem 1. Dezember 2020 überall von der Baubehörde. Die Übersicht vergleicht alle 16 Länder auf einen Blick und führt zur Detailseite mit Direktlinks zu den größten Städten.

Verfahrenstypen

Welche zwei Wege führen zur Abgeschlossenheitsbescheinigung?

Die Abgeschlossenheitsbescheinigung wird in Deutschland nach zwei Modellen ausgestellt. Welches Modell zählt, hängt vom Bundesland ab und entscheidet darüber, wer am Ende unterschreibt und wie der Antragsweg aussieht.

Variante A: Bauaufsicht

Die untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt oder des Landkreises stellt aus. Verwaltungsverfahren, Gebührenordnung des Landes, Ortstermin durch Sachbearbeiter. Pflichtmodell in allen Stadtstaaten und in den meisten ostdeutschen Ländern.

  • Behörde: Bauaufsichtsamt, Bauordnungsamt oder Bauprüfabteilung
  • Gebühr: rein nach Verwaltungsgebührenordnung
  • Dauer: 4 bis 12 Wochen je nach Auslastung

Variante B: mit Architekt

Ein bauvorlageberechtigter Architekt erstellt Aufteilungsplan und Antrag, die Bauaufsicht prüft und stellt aus. Sachverständige dürfen seit dem 1. Dezember 2020 nicht selbst bescheinigen (§ 7 Abs. 4 WEG). Das Honorar kommt zur Behördengebühr hinzu.

Direktvergleich

Wie unterscheidet sich die Abgeschlossenheitsbescheinigung zwischen den Bundesländern?

Rechtsgrundlage der Abgeschlossenheitsbescheinigung ist bundeseinheitlich § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 in Verbindung mit § 3 Abs. 3 WEG; von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sich vor allem die zuständige Behörde, die Gebühr (bei vier Einheiten ab 50 Euro) und die Bearbeitungsdauer (rund 2 bis 12 Wochen). Sachverständige dürfen nach § 7 Abs. 4 WEG in keinem Land statt der Behörde ausstellen. Die folgende Tabelle zeigt diese Punkte je Land. Die Gebühr ist der Mindestbetrag nach Landesrecht bei vier Einheiten, die Dauer ein Erfahrungswert. Sortierung alphabetisch.

Bundesland Zuständige Behörde Gebühr Dauer Sachverständiger
Baden-WürttembergUntere Baurechtsbehördenach Satzung4 bis 8 WochenNein
BayernUntere Bauaufsichtsbehördeab 100 €4 bis 6 WochenNein
BerlinBauaufsicht des Bezirksamtsab 296 €6 bis 12 WochenNein
BrandenburgUntere Bauaufsichtsbehördeab 200 €5 bis 8 WochenNein
BremenBauordnungsamtab 218 €4 bis 7 WochenNein
HamburgBauprüfabteilung des Bezirksamtsab 600 €4 bis 8 WochenNein
HessenBauaufsichtsbehördeab 280 €4 bis 7 WochenNein
Mecklenburg-VorpommernUntere Bauaufsichtsbehördeab 60 €5 bis 9 WochenNein
NiedersachsenBauaufsichtsbehördeab 250 €4 bis 7 WochenNein
Nordrhein-WestfalenUntere Bauaufsichtsbehördeab 300 €4 bis 7 WochenNein
Rheinland-PfalzUntere Bauaufsichtsbehördeab 75 €5 bis 8 WochenNein
SaarlandUntere Bauaufsichtsbehördeab 200 €4 bis 7 WochenNein
SachsenUntere Bauaufsichtsbehördeab 210 €4 bis 7 WochenNein
Sachsen-AnhaltUntere Bauaufsichtsbehördeab 50 €5 bis 8 WochenNein
Schleswig-HolsteinUntere Bauaufsichtsbehördeab 200 €4 bis 8 WochenNein
ThüringenUntere Bauaufsichtsbehördeab 200 €4 bis 7 WochenNein

Werte sind Erfahrungskorridore aus Anträgen 2024 bis 2026. Einzelne Behörden können nach Ortssatzung abweichen.

Gebührenrecht

Wie wird die Gebühr nach Landesgebührenordnung bemessen?

Die behördliche Gebühr für die Abgeschlossenheitsbescheinigung wird nahezu überall je Sondereigentumseinheit erhoben, meist als Rahmengebühr mit einer Spanne, in einzelnen Ländern als Festbetrag. Rechtsgrundlage ist die jeweilige Landesgebühren oder Baugebührenordnung. Stellplätze und Mehrausfertigungen werden häufig gesondert berechnet. Der weiter oben gezeigte Korridor ist der typische Gesamtbetrag für ein Objekt mit mehreren Einheiten, während sich die gesetzliche Gebühr je Einheit bemisst.

Bundesland Rechtsgrundlage Gebühr je Einheit
Baden-WürttembergGebührenverordnung des Innenministeriums (GebVO IM)30 bis 1.250 €
BayernKostenverzeichnis zum Kostengesetz, Tarif-Nr. 2.I.2/1625 bis 150 €
BerlinBaugebührenordnung Berlin (BauGebO)74 €
BrandenburgBrandenburgische Baugebührenordnung (BbgBauGebO)50 €, mindestens 100 €
BremenKostenverordnung Bau (BauKostV)73 € Grund + 28 € je Einheit
HamburgBaugebührenordnung (BauGebO), Tarif 5.2je Einheit, aufwandsabhängig
Hessenkommunale Bauaufsichtsgebührensatzung (HVwKostG)kommunal verschieden, Beispiele 100 bis 500 €
Mecklenburg-VorpommernBaugebührenverordnung M-V (BauGebVO)50 bis 150 €
NiedersachsenBaugebührenordnung (BauGO)je Einheit, aufwandsabhängig
Nordrhein-WestfalenAVerwGebO NRW, Tarifstelle 2.7.250 bis 150 €
Rheinland-PfalzBesonderes Gebührenverzeichnis Bauordnungsrecht15 bis 150 €
SaarlandGebührenverzeichnis Bauaufsicht, Tarifstelle 3750 bis 70 €
SachsenSächsVwKG, Kostenverzeichnis Nr. 1738 bis 150 €
Sachsen-AnhaltAllgemeine Gebührenordnung (AllGO LSA)kommunal verschieden
Schleswig-HolsteinBaugebührenverordnung (BauGebVO)rund 50 € je Wohneinheit
ThüringenThüringer Baugebührenverordnung (ThürBauGVO)50 €

Drei Kostenebenen auseinanderhalten

Die Tabelle nennt nur die behördliche Gebühr je Einheit. Hinzu kommt das Honorar für die Erstellung des Aufteilungsplans durch Architekt oder Vermessungsbüro, das separat anfällt und häufig ab 200 Euro kostet. In der Summe liegen die Gesamtkosten je Objekt deshalb ab 250 Euro. Den vollständigen Kostenrahmen erläutert die Seite Architekt und Kosten.

Quellen: Landesgebühren und Baugebührenordnungen der Länder (u.a. gesetze-bayern.de, recht.nrw.de, landesrecht-bw.de, landesrecht.rlp.de, revosax.sachsen.de, gesetze.berlin.de, bravors.brandenburg.de, landesrecht-mv.de). Für Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Hamburg ist der Betrag kommunal oder aufwandsabhängig und nicht als fester Landeswert ausgewiesen. Stand Juni 2026.

Regionale Schwerpunkte

Wie unterscheiden sich die Verfahren regional?

Vier Regionen mit klar unterschiedlichen Mustern. Stadtstaaten arbeiten zentralisiert und meist digitalisiert. Überall stellt die Bauaufsicht aus, die Gebühren regelt jedes Land selbst.

Stadtstaaten Berlin, Hamburg, Bremen

Zentralverfahren über Bezirksamt oder Bauordnungsamt. Hamburg hat seit 2024 ein gemeinsames Online Portal aller sieben Bezirke und liegt mit 4 bis 6 Wochen vorn. Berlin streut stark zwischen den zwölf Bezirken, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte sind deutlich langsamer als Steglitz oder Marzahn. Bremen mit nur zwei Stadtgemeinden ist überschaubar.

Süddeutsche Schwergewichte Bayern, BaWü

Bayern rechnet nach Kostenverzeichnis je Einheit, Baden-Württemberg nach kommunaler Gebührensatzung. München, Nürnberg, Stuttgart und Karlsruhe haben eigene digitale Antragsstrecken mit Statusabfrage.

Ostdeutsche Flächenländer

In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg stellt wie überall die Bauaufsicht aus. Leipzig und Dresden haben ihre Verfahren digitalisiert, der ländliche Raum arbeitet überwiegend per Papierakte. Bauakten von DDR Bauten sind oft fragmentarisch, Ortstermin häufiger.

Westdeutsche Mittelfeld NRW, Hessen, Nds, RP

Gebühren je Einheit nach der jeweiligen Landesgebührenordnung. NRW hat mit über 30 unteren Bauaufsichtsbehörden die größte Streuung beim Bearbeitungstempo. Hessen mit Frankfurts digitaler Strecke und Niedersachsen mit der Hannoveraner Verwaltung gehören zu den zügigeren Ländern. Wer im Rheinland anschließend einzeln verkauft, bindet idealerweise einen Maklerservice für die Region Köln ein, weil die Mikrolage zwischen Innenstadt, linksrheinisch und Bergisches Land die Preisspanne stärker beeinflusst als landesweite Durchschnitte vermuten lassen.

Bauordnungsrecht

Was ist von Bundesland zu Bundesland tatsächlich unterschiedlich?

Die Abgeschlossenheit selbst ist bundesrechtlich geregelt in § 3 Abs. 3 WEG (Voraussetzung) und § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 WEG (Bescheinigung der Baubehörde) sowie in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift für die Ausstellung von Bescheinigungen nach dem WEG (AVA); welche Behörde zuständig ist, bestimmt dagegen das Bauordnungsrecht der Länder. Vier Stellen weichen dabei in der Praxis spürbar voneinander ab.

Wer ausstellen darf

In allen 16 Ländern nur die Baubehörde. Die frühere Ermächtigung in § 7 Abs. 4 WEG, Sachverständige zuzulassen, hatte kein Land genutzt, mit der WEG Reform zum 1. Dezember 2020 ist sie entfallen.

Wie streng der Aufteilungsplan geprüft wird

Bayern und Baden-Württemberg verlangen eine vermessungsmäßige Genauigkeit auf 5 cm. Berlin und Hamburg akzeptieren bei klar abgeschlossenen Einheiten auch Bestandspläne mit 10 cm Toleranz. NRW ist im Mittelfeld und hängt vom konkreten Sachbearbeiter ab.

Wie lang Bauakten archiviert werden

Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben durchgängig Bauakten ab 1949. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind viele DDR Akten unvollständig, was Bestandsschutznachweise schwieriger macht. Berlin hat in einigen Bezirken Aktenlücken aus den 1990er Jahren.

Wann der Ortstermin verpflichtend ist

In Bayern und Sachsen verlangt die Bauaufsicht den Ortstermin auch bei sauberen Akten. NRW, Hessen und Schleswig-Holstein verzichten häufig darauf, wenn Aufteilungsplan und Bauakte plausibel zusammenpassen. Das spart drei bis fünf Wochen.

Schnell zur richtigen Stelle

Wie finden Sie in drei Schritten die zuständige Behörde?

  1. 01

    Bundesland wählen

    Bundesland ist identisch mit Wohnort der Immobilie. Klick auf die jeweilige Karte oder Tabellenzeile öffnet die Detailseite.

  2. 02

    Stadt oder Landkreis

    Auf der Detailseite stehen Direktlinks zu den größten Städten plus Suchhilfe für kleinere Gemeinden. Zuständig ist die Bauaufsicht der kreisfreien Stadt oder des Landkreises.

  3. 03

    Antrag stellen

    Die meisten Länder haben digitale Antragsstrecken mit Login. Vorab den Aufteilungsplan und das Antragsformular bereitlegen, sonst dauert die Erfassung im Bauportal doppelt.

FAQ

Häufige Fragen zur Länderpraxis

Warum unterscheiden sich Gebühren und Dauer zwischen den Bundesländern?

Bauordnungsrecht ist Ländersache. Jedes Land hat eigene Gebührenordnung, eigene Bearbeitungsstandards und eigene Behördenstruktur. Stadtstaaten arbeiten meist schneller, Flächenländer haben pro Landkreis eine eigene Bauaufsicht.

In welchen Ländern darf ein Sachverständiger die Bescheinigung ausstellen?

In keinem. Seit der WEG Reform zum 1. Dezember 2020 stellt nach § 7 Abs. 4 WEG ausschließlich die Baubehörde Aufteilungsplan und Abgeschlossenheitsbescheinigung aus. Die frühere Länderermächtigung für Sachverständige hatte kein Land genutzt.

Welche Behörde ist in meinem Wohnort zuständig?

In Stadtstaaten das Bezirksamt oder Bauordnungsamt der Stadt. In Flächenländern die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises oder der kreisfreien Stadt. Auf der jeweiligen Detailseite finden Sie Direktlinks zu den größten Städten.

Wo ist das Verfahren am schnellsten?

Hamburg liegt mit dem digitalisierten Bezirksamtsverfahren vorn. Bremen, Bayern und Hessen folgen knapp dahinter. Berlin braucht traditionell länger, weil die zwölf Bezirke unterschiedliche Auslastung haben.

Lohnt der Weg über einen Sachverständigen?

Als Aussteller kommt er nicht in Frage. Bei komplexen Aufteilungen oder fehlenden Plänen kann ein Architekt oder Sachverständiger aber Aufmaß und Pläne vorbereiten, damit die Behörde ohne Rückfragen bescheinigt.

Was kostet ein Sachverständiger zusätzlich?

Ausstellen darf er die Bescheinigung nicht. Für Aufmaß und Aufteilungsplan berechnen Architekten ab 350 Euro je Objekt, die Gebühr der Behörde fällt immer an.

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Der Kostencheck auf der Startseite kalkuliert auf Basis Ihrer Eingaben die Kosten inklusive Architekt und Behörde.

Über den Autor

Burak Uzun

Betreiber, redaktionelle Verantwortung · Köln

Verantwortlich für Recherche und Aufbereitung der Inhalte zur Abgeschlossenheitsbescheinigung nach § 7 Absatz 4 WEG und § 32 Absatz 2 WEG für Teilungserklärung und Eigentumswohnungen.

Anbieter und Impressum Kontakt Stand: 12. Juni 2026
Methodik

Über diese Inhalte, Quellen und Aktualisierung

Quellenbasis
  • WEG Wohnungseigentumsgesetz, §§ 7, 8, 32
  • Landesbauordnungen, abweichende Zuständigkeiten
  • AVA Allgemeine Verwaltungsvorschrift Wohnungsgrundbuch
Aktualisierung

Inhalte werden überprüft, wenn sich Vorschriften, Normen oder Förderlogik ändern. Stand dieser Seite: 12. Juni 2026. Frühere Stände sind über das Impressum nachfragbar.

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